6. Januar.
Ein verletzter Bussard wird im Winter gerettet, gepflegt und später ausgewildert. Eine Reportage über Aufmerksamkeit und Verantwortung.
Bussard am Fahrbahnrand, reglos
Die Straßen sind frostig, während sich der Verkehr nur zäh vorwärtsbewegt. An einer Bundesstraße fällt einem Autofahrer jedoch etwas auf, das hier nicht hingehört: ein Bussard am Fahrbahnrand, reglos. Deshalb hält er an, sichert den Vogel – und handelt richtig.
Kurz darauf klingelt das Telefon. Die Polizeiinspektion meldet einen verletzten Greifvogel, der bereits im Auto gesichert ist. Er braucht Hilfe. Aus diesem Grund ist Zögern keine Option.
Bussard wird aus Verletzungen untersucht
Bei der ersten Untersuchung zeigt sich zunächst: Der Bussard ist benommen, allerdings sind keine sichtbaren Brüche zu erkennen. Auch die Flügel sind nicht verdreht. Dennoch befindet sich Blut im Schnabel – ein klares Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Deshalb bleibt der Bussard vorerst hier. Ruhig untergebracht, zur weiteren Beobachtung.
Bussard wird beobachtet
Gerade die ersten Tage sind entscheidend.
Zunächst ist der Vogel wachsam und aufmerksam, während er sich mit jedem Tag sicherer in der Voliere bewegt. Am dritten Tag frisst er schließlich selbstständig. Das ist ein gutes Zeichen. Gleichzeitig beginnt der Körper, sich zu erholen. Wäre diese Besserung ausgeblieben, hätte der Weg konsequenterweise direkt in die Tierklinik geführt.
Die Freilassung des Bussards
Doch der Winter stellt anschließend die nächste Frage.
Frost, Schnee und eine geschlossene Landschaft lassen kaum Beute zu. Dadurch sinken die Chancen erheblich. Folglich ist dies kein geeigneter Moment für die Freiheit.
Also bleibt der Bussard noch.
Zum Glück ist geeignetes Futter vorhanden. Außerdem heißt es nun: Kräfte sammeln, Geduld bewahren und den richtigen Zeitpunkt abwarten.
Als das Wetter und die Bedingungen es schließlich zulassen, geht es zurück an den Fundort. Dorthin, wo er hingehört. Nach einem letzten Blick hebt der Bussard ab und verschwindet wieder in der Freiheit.
Diese Geschichte ist unspektakulär – und gerade deshalb wichtig.
Denn sie zeigt, was möglich ist, wenn ein Autofahrer hinschaut, wenn eine Polizei handelt und wenn Menschen Verantwortung übernehmen.
Protecting wildlife is everyone’s responsibility.
Der Schutz der Wildtiere geht uns alle an.

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